Das Yulfest
Bitte nimm meine Stunde hier nur als Inspiration für deine eigene Stunde.
Es ist wichtig, dass du deinen eigenen Stil entwickelst!
Beim Feiern der Wintersonnenwende geht es mir darum, ausnahmsweise nicht das Licht zu feiern. Denn ich finde, wir konzentrieren uns in unserer Kultur schon sehr auf das Licht. Wenn es draußen dunkler wird, dann zünden wir immer mehr Kerzen auf dem Adventskranz an.
Aus meiner Sicht widerspricht das der Energie, die gerade um uns herum passiert und es verhindert, dass wir uns darauf einlassen können. Deswegen halte ich es wieder mit den Kelten, die wohl eine andere Form der Ankunft feierten.
Ich nehme dafür 12 Lichter: 11 kleine LED-Lichter und eine große Kerze. Ich habe es auch schon mit 11 Teelichtern probiert, aber das war ziemlich aufwendig, da ich jedes zu mir holen musste, um es auszublasen. Ich ordne die LED-Lichter um die große Kerze an, wie auf dem Bild zu sehen. Ich verwende rote LED-Lichter, da rot in der Regel mit dem Mooladhara-Chakra assoziiert wird, unsere Verbindung zur Erde.
Der Ablauf der Stunde ist dann wie folgt:
Ich beginne mit Rückbeugen, da sie uns dabei helfen, das Vergangene nochmal anzusehen und dann loszulassen. Ich arbeite dafür mit mehreren immer intensiveren Rückbeugen auf den liegenden Sattel hin. Nach dem liegenden Sattel neutralisiere ich die Wirbelsäule noch mit der liegenden Katze.
Dann lasse ich meine Teilnehmenden eine angenehme Sitzposition finden und wir beginnen mit einem kleinen Ritual:
Wir singen "Om" und nach jedem Mal singen mache ich ein Licht aus, bis ich die große Kerze in der Mitte ausblase. Bei 12 Lichtern sind das dann 12 "Om". Danach lasse ich Stille einkehren, denn es geht mir bewusst darum, die Ankunft der Dunkelheit wahrzunehmen. In unserer christlichen Kultur liegt ein so großer Wert auf der Wiedergeburt Jesu, dass wir vergessen, aus was er geboren wird.
Denn das neue Licht (Jesus) wird aus der Dunkelheit geboren. Die heilige Dunkelheit ermöglicht erst das Licht. In dieser und den folgenden Mutternächten (Rauhnächte) geht es für mich um die schöpferische Kraft der Dunkelheit.
Nach ein paar Minuten in Dunkelheit singen wir ein weiteres "Om" und ich zünde die Kerze wieder an, um die Wiedergeburt des Lichtes zu symbolisieren. Allerdings nur eine Kerze. Ein kleines Licht in der großen Dunkelheit.
Wir beenden die Stunde mit ein paar Vorbeugen für Dankbarkeit und Hingabe.