Räuchern als Ritual

Foto von Nena

Dieser Eintrag basiert auf dem Workshop "Räuchern in den Rauhnächten", den ich bei der VHS Donauwörth Mitte Dezember halte. 

Vorbereitung

Diese Gegenstände brauchst du zum Räuchern mit Kohle für eine intensive Rauchbildung:

  • Räucherschale aus feuerfestem Material
  • etwas Sand
  • Räucherkohle
  • Zange und/oder Löffel

Das Räuchern mit Teelicht und einem Siebträger eignet sich für mich weniger für ein Ritual, deswegen gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Außerdem brauchst du etwas zum Verräuchern.

Harze Blüten Kraut Früchte/Nadeln

Fichte
Tanne
Kiefer
Weihrauch
Myrrhe

Ringelblume
Lavendel
Kornblume
Rose
Holunder

Beifuß
Mistel
Thymian
Salbei
Johanniskraut

Königskerze
Eisenkraut
Schafgarbe
Rotklee

Wacholderbeeren
Wacholdernadeln
Fichtennadeln

Es gibt natürlich noch viel mehr mögliche Kräuter und man kann auch Baumrinde, Holzspäne, Pilze und Wurzeln verwenden. Ich nehme gerne regionale Räucherzutaten, die ich im besten Fall selber sammeln kann. Der beste Zeitpunkt dafür ist um die Sommersonnenwende am 21. Juni mittags, wenn die Sonne kräftig scheint.

Zu den jeweiligen Wirkungen der Räucherzutaten gibt es unterschiedliche Meinungen. An dieser Stelle kann ich nur empfehlen, auf deine Intuition zu hören und dich mit den Kräutern zu beschäftigen, die dich ansprechen. Oder – falls vorhanden – mal in den Garten zu schauen. Denn häufig wächst das, was wir brauchen, auch in unserer Nähe – wenn wir es lassen.

Eigentlich will ich gar nicht so viel Konkretes übers Räuchern schreiben, denn bei uns ist oft der Eindruck verbreitet, dass das, was schwarz auf weiß steht, so gemacht werden muss. Das ist beim Räuchern anders. Es geht darum, was sich für dich richtig anfühlt, du kannst also alles anpassen. 
Deswegen kommen jetzt nur Vorschläge, wie du räuchern kannst.

Energetische Reinigung

Sich selbst oder eine Wohnung/Haus

Wetterräuchern

Unsere Vorfahren und auch die amerikanischen Ureinwohner sind der Meinung, dass wir das Wetter beeinflussen können. Dabei geht es zum Beispiel darum, ein Unwetter abzuschwächen. In den Rauhnächten ist es gerne einmal stürmisch, wegen der wilden Jagd. Dafür kannst du so räuchern:

Magischen Raum öffnen wie in den Anmerkungen bei a).
Unterstützung einladen wie in 1) beschrieben.
Hier dann Wetterkräuter auf der Kohle räuchern. Dazu eignen sich unter anderem Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn und Königskerze.
Es geht dabei darum, die Energie des Unwetters in die Erde abzuleiten, wie es ein Blitz tut.
Bei der Unterstützung bedanken wie in 1) beschrieben.
Raum schließen wie in den Anmerkungen bei b).
Fenster öffnen.

Orakeln

Bei uns ist die Tradition verbreitet, an Silvester Blei zu gießen. Auch, wenn wir heute lieber Wachs verwenden, geht es dabei darum, unser Unterbewusstsein arbeiten zu lassen und dadurch vom Universum Informationen zu erhalten. Auch das Aufschreiben der Träume in den Rauhnächten geht in diese Richtung. Hier erhofft man sich Informationen über die kommenden Monate.

Das lässt sich auch mit Räuchern bewerkstelligen. Der Ablauf ist wie beim Wetterräuchern. Ich würde dann die „Schwellenkräuter“ Beifuß oder Mistel räuchern, die schon unsere Vorfahren für ihre Reisen in die obere und untere Welt zu Krafttieren und Lehrern verwendet haben. Für eine Reise zu den Elfen und Zwergen unter der Erde funktioniert Fliegenpilzpulver sehr gut.

Entscheidend ist hier die Intention, mit der du in dich gehst und die Informationen erbittest. Und natürlich, dass du dann die Erkenntnisse nicht mit dem Kopf abtust, sondern ernst nimmst. Das ist dann vermutlich
der schwerste Teil.